24.09.2017: Konzert: Ensemble Flauto Dolce

Ensemble Flauto Dolce – ein hörbares Vergnügen im Hirsvogelsaal

Zu einem festlichen Konzert mit „Alter Musik aus Siebenbürgen“ hatte der Nürnberger Kulturbeirat zugewanderter Deutscher am 24. September 2017 in den repräsentativen Hirsvogelsaal im Tucherschloss eingeladen. „Ein Vorurteil ist es, dass die Blöckflöte ein kleines, hölzernes Anfängerinstrument ist, das uns an die Schulzeit mit musikalischen Versuchen zusammen mit anderen Klassenkameraden – und an nervtötende klangliche Ergebnisse erinnere“ sagte Inge Alzner, Mitglied des Kulturbeirates zugewanderter Deutscher in ihrer Begrüßung.

Wie viel mehr darin steckt, erlebten die zahlreichen Zuhörer mit dem „Ensemble Flauto Dolce“ aus Klausenburg/Siebenbürgen, das im Jahre 2000 gegründet wurde und unter der Leitung von Zoltán Majó steht. Das Ensemble schickte die Zuhörer mit den Klängen verschiedener Flöten, gespielt von Mária Szabó und Zoltán Majó, dem Cembalo, gespielt von Noémi Miklós, und der beeindruckenden Stimme von Mihaela Maxim auf eine Reise durch Gebiete Rumäniens wie z.B. Hermannstadt und Kronstadt, der Region Maramuresch und sogar bis nach Sfântu Gheorghe.

„Flauto Dolce“ hat sich zum Ziel gesetzt, Werken der Renaissance, des Barock, des Rokoko, aber auch der Moderne einen Platz in den Konzertsälen zu sichern und frühe siebenbürgische Musik aus verschiedenen alten Manuskripten in die Öffentlichkeit zu tragen. Sein Repertoire erstreckt sich auch auf avantgardistische moderne Musik.

Das vielseitige Programm, durch das Zoltán Majó zusammen mit Noémi Miklós informativ und humorvoll führten, begann mit dem Codex Caioni (Ciuc/Siebenbürgen, 17. Jh.): Fantasia (Alessandro Grandi, folio 100) / Fantasia La Romana (Orazio Traditi, folio 36) / Benedictus es Domine (Allessandro Grandi, folio 149) und setzte sich u.a. mit Liedern von Gabriel Reilich (1643-1677) „Keine Schönheit hat die Welt“ und „Wo ist der Schönste“ (Geistlich-Musikalischer Blumen- und Rosen-Wald), der „Sonate au Bestref turque“ (Rouschitzki, 1834), dem rumänischen Lied „Când eram mai tinerică“ (Text: Ienăchiţă Văcărescu, 18. Jh), mit ungarischen Liedern aus dem 18. Jahrhundert von Franz Pfeifer sowie Arien des bekannten siebenbürgischen Komponisten Johann Santorius (1712-1787) fort. Das Publikum dankte den Musikern mit einem langanhaltenden Applaus und jedem wurde bewusst, dass die Blockflöte doch ein vollwertiges Instrument ist und ihren Platz in den Konzertsälen wiedergefunden hat.

Das Konzert, ein Blumenstrauß alter Musik aus Siebenbürgen, war ein Hochgenuss für alle Besucher. Besonders erfreut waren die Organisatoren über die zahlreichen Gäste, die sich an diesem Abend auf den Weg in den Hirsvogelsaal gemacht hatten. Auch das Interesse für Siebenbürgen, das Interesse am Nürnberger Kulturbeirat zugewanderter Deutscher und an deren zukünftigen Veranstaltungen stimmte positiv und vermittelte uns die Gewissheit, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden, die Kultur, die Musik aus den Siedlungsgebieten der Deutschen hier in unserer neuen Heimat bekannt zu machen.

Die anschließenden Gespräche bei einem Glas Wein wollten kein Ende nehmen.

Dem Ensemble wünschen wir weiterhin viel Erfolg auf ihrer Tournee durch Deutschland und freuen uns auf ein baldiges WiederHÖREN.

Inge Alzner

Flyer Flauto Dolce

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