Bilder und Berichte

21.02.2014 :

Lesung mit Artur Rosenstern und Martina Leon in Nürnberg

„der weg den ich nicht ging / liegt / im pechschwarzen nebel / in einer anderen zeit / im fernen land / hinter den wolken / ich schaue in / den spiegel / erkenne mich / nicht wieder / falsches gesicht / fremde stimme / erbärmliche laute / einer seltsamen sprache / ich bin unecht / ein doppelgänger / von wem?“ – umschreibt der Autor Artur Rosenstern das Gefühl des Fremdseins in einem kulturell fremden Land, wie es auch viele russlanddeutsche Zuwanderer in Deutschland empfinden. Um die Erfahrung des Fremdseins und der Integration, um Vorurteile und Toleranz ging es auch bei der Lesung am 21. Februar im Zeitungs-Cafe Hermann Kesten der Stadtbibliothek Nürnberg. Zwar folgten nicht so viele Bücherfreunde und Literaturinteressierte der Einladung des Nürnberger Kulturbeirats zugewanderter Deutscher zu diesem durchaus aufschlussreichen literarisch-musikalischen Abend, der in Kooperation mit dem Bildungscampus Nürnberg durchgeführt wurde, aber sie alle konnten sehr wohl auf ihre Kosten kommen. Susanne Schneehorst von der Stadtbibliothek Nürnberg moderierte die Veranstaltung. Weiterlesen
24.01.2014 :

Die Deportation der Rumäniendeutschen im Spiegel der schönen Literatur

Was der Nürnberger Kulturbeirat zugewanderter Deutscher in Zusammenarbeit mit dem Bildungscampus der Stadtbibliothek Nürnberg am 24.1.2014 im Zeitungs-Café Hermann Kesten veranstaltet hat, war äußerst sehenswert oder besser hörenswert: Anhand der Texte von elf Autoren aus Siebenbürgen und dem Banat zeigte Michael Markel, wie vielfältig das Kollektivtrauma der Deportation literarisch verarbeitet wurde. Das Urteil hier: lesenswert! Weiterlesen
10.11.2013 :

Dialektveranstaltung „Reden und Singen wie der Schnabel gewachsen!“

Da müsste es doch mit dem Deiwel zugehen, wenn es beim Siebenbürgisch-Sächsischen und Fränkischen keine Gemeinsamkeiten gibt. Und tatsächlich: Ohne irgendwelche Zusammenhänge konstruieren zu müssen, hat ein kurzweiliger Abend mit vier geistreichen Dialektkennern im wunderschönen Hirsvogelsaal in Nürnberg am 10. November den Beweis erbracht, dass sich die beiden Mundarten näher sind, als die Entfernung zwischen Siebenbürger und Franken aufs Erste vermuten lässt. Weiterlesen
25.10.2013 :

Lesung aus den Werken von Franz Hodjak

Die für den 25.10.2013 vom Bildungscampus Nürnberg und dem Kulturbeirat zugewanderter Deutscher im Zeitungs-Café „Hermann Kesten“ der Stadtbibliothek Nürnberg angesetzte Lesung Franz Hodjaks konnte wegen Erkrankung des Autors nicht wie geplant stattfinden. Da eine Absage des über die Presse angekündigten Termins die Interessenten vermutlich nicht hätte erreichen können, entschlossen sich die Veranstalter, statt der Autorenlesung einen Hodjak-Abend durchzuführen. Weiterlesen
05.10.2013 :

Konzert „Alfred Schnittke“

Klänge wie diese füllen das Heilig-Geist-Haus ganz sicher nicht so oft. Während des Alfred-Schnittke-Konzerts am 5. Oktober 2013 durften die Gäste in ungewohnte Klangwelten eintauchen, in denen Zerrissenheit und Heimatsuche, naive Idylle und brutales Chaos, enorme Geisteskraft und Zerbrechlichkeit, rastlose Erkenntnissuche und Verzweiflung, Klangsinnlichkeit und groteske Melancholie, Demut und Unruhe, Trauer und Bedrohung, Schrecken und Todesnähe eine große Rolle spielen. „Tiefer, durchbohrender, ausdrucksvoller in der Beschreibung des Doppellebens, des Doppelbewusstseins“ kann man nicht sein, beschrieb der Geiger Gidon Kremer Schnittkes Musik. Weiterlesen
20.09.2013 :

Lesung Johann Lippet im Zeitungs-Café der Stadtbibliothek Nürnberg

Am Abend des 20.09.2013 fand im Zeitungs-Café „Hermann Kesten“ die mehrfach angekündigte, von der Stadtbibliothek Nürnberg in Zusammenarbeit mit dem Kulturbeirat zugewanderter Deutscher organisierte Lesung des im Banat aufgewachsenen, heute bei Heidelberg lebenden Schriftstellers Johann Lippet statt. Er las eine gute Stunde lang, zunächst aus dem Langgedicht Tuchfühlung im Papierkorb (2012), anschließend aus seinem jüngsten Roman Bruchstücke aus erster und zweiter Hand (2012). Weiterlesen
16.11.2012 :

Bilderausstellung „Zeitmaschine“ im Nürnberger Rathaus

„Identität braucht Heimat. Sprache und Alltagserfahrung, Erinnerungen und Mentalität – all dies sind Aspekte unserer Geschichte und diese haben wir in unserem kulturellen Gepäck nach Deutschland mitgebracht.“ Klare Worte von Werner Henning, heuriger Vorsitzender des „Kulturbeirats zugewanderter Deutscher“, in seiner Begrüßung anlässlich der Vernissage der Ausstellung „Zeitmaschine“ am 16. November in der Ehrenhalle des Nürnberger Rathauses im Beisein der Stadträtinnen Anita Wojciechowski (SPD) und Kerstin Böhm (CSU). „Gleichzeitig ermöglicht das Wissen um das eigene Herkommen erst den offenen Austausch mit Menschen, deren Leben historisch, politisch oder kulturell anders geprägt ist.“ Weiterlesen
26.10.2012 :

Herta Müllers „Herztier“ als Bühnenfassung

„Sprache kann den Blick auf die Wirklichkeit verstellen.“ So Rainer Hermann am 30. Oktober in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zum Begriff „Arabischer Frühling“. Bei Herta Müller verhält es sich umgekehrt: Sprache kann den Blick auf die Wirklichkeit in besonderem Maße schärfen. Mit Worten gegen die Diktatur ankämpfen, sich nicht verbiegen lassen, mit Worten Widerstand leisten – all das ist möglich und nötig zugleich. Dies konnten all diejenigen, die am 26. Oktober im SÜDPUNKT in Nürnberg der Bühnenfassung von Herta Müllers „Herztier“ beiwohnten, hautnah erleben. Beklemmend und befreiend zugleich. Die Inszenierung der Badischen Landesbühne für eine Darstellerin, eine dramaturgische Meisterleistung von Carsten Ramm und Nadine Schüller, kam bestens an. Herta Müllers Sprachrohr an diesem Abend, die geschmeidige Schauspielerin Andrea Nistor als Erzählerin, verkörperte die nobelpreisgekrönte Autorin ausgezeichnet. Weiterlesen
25.03.2012 :

Konzert „Auf Flügeln des Gesanges“

Der Hirsvogelsaal (1534) mit der reich verzierten Wandvertäfelung gilt als bedeutendster Renaissance-Innenraum nördlich der Alpen und eignet sich hervorragend für kleine aber feine Konzerte. Dem Nürnberger Kulturbeirat zugewanderter Deutscher gelang es mit der Wahl dieses Spielortes und einem Repertoire mit Georg Meyndt- Liedern am 25. März auch Zuhörer wie Dr. Werner Kügel, den Präses des Pegnesischen Blumenordens e.V., einzige Sprach- und Literaturgesellschaft aus der Barockzeit, die ununterbrochen weiter besteht und ihren Sitz in Nürnberg hat, zu gewinnen. Georg Meyndt (1852-1903), gilt nämlich als einer der ersten und bedeutendsten siebenbürgischen Mundart-Liederdichter. Viele seiner Lieder wurden zu echten Volksliedern, die in ganz Siebenbürgen gesungen wurden. Kunstlieder, Arien und Gospels rundeten den Abend ab und begeisterten das Publikum. Weiterlesen